Manchmal verändert ein einziger Moment das ganze Leben.
So war es bei mir, als eine Sepsis plötzlich alles zum Stillstand brachte.
Was danach kam, war eine Zeit voller Angst, Kontrollverlust und tiefer Unsicherheit.
Hier teile ich meine Geschichte nicht, um etwas zu beschönigen, sondern um zu zeigen, dass es auch aus solchen Momenten einen Weg weiter geben kann.
Manchmal verändert ein einziger Moment das ganze Leben.
So war es bei mir, als eine Sepsis plötzlich alles zum Stillstand brachte.
Was danach kam, war eine Zeit voller Angst, Kontrollverlust und tiefer Unsicherheit.
Hier teile ich meine Geschichte nicht, um etwas zu beschönigen, sondern um zu zeigen, dass es auch aus solchen Momenten einen Weg weiter geben kann.
Es begann schleichend.
Schon seit zwei bis drei Wochen ging es mir immer schlechter.
Ich war ständig erschöpft, hatte Schmerzen und fühlte mich einfach krank.
Mehrfach suchte ich die Notaufnahme auf. Doch jedes Mal wurde ich wieder nach Hause geschickt – ohne klare Diagnose, ohne Blutbild, ohne eine wirkliche Antwort.
Beim letzten Besuch untersuchten mich ein Internist und ein Chirurg. Auch sie fanden keinen eindeutigen Befund und entließen mich erneut.
Zwei Tage später verschlechterte sich mein Zustand dramatisch.
Ich war allein zu Hause. Mein Hausarzt war im Urlaub, meine Eltern verreist.
In diesem Moment wusste ich:
So kann es nicht weitergehen.
Als meine Eltern zurückkamen, schickten sie mich sofort zu ihrer Hausärztin.
Ihr erster Verdacht war Pfeiffersches Drüsenfieber.
Doch sie zögerte keine Sekunde und ließ mich direkt als Notfall ins Krankenhaus einweisen.
Ich war erst eine Stunde im Krankenhaus, als die Ärzte sagten:
„Wir können ihm hier nicht mehr helfen.“
Kurz darauf wurde ich per Krankentransport in eine andere Klinik verlegt.
Mein Zustand war kritisch.
Dort kam ich direkt auf die Intensivstation.
Das Pflegepersonal kümmerte sich aufmerksam um mich, die medizinische Versorgung war engmaschig.
Und trotzdem war diese Zeit für mich wie ein schwarzes Loch.
Ich lag wochenlang bewegungslos da, angeschlossen an Geräte, sediert und völlig ausgeliefert.
Ich konnte nicht sprechen.
Nicht reagieren.
Nicht verstehen, was um mich herum geschah.
Alles war verschwommen und unwirklich.
In mir herrschte Dunkelheit.
Ich fühlte mich eingesperrt in meinem eigenen Körper, wie gelähmt, und wusste nicht, ob ich das überleben würde.
Ich wusste nur eines:
Mein altes Leben war vorbei.
Zu dieser Zeit stand zunächst ein anderer Verdacht im Raum.
Meine weißen Blutkörperchen waren fast vollständig verschwunden, und auch mein Knochenmark war stark angegriffen.
Deshalb vermuteten die Ärzte zunächst eine Leukämie.
Was ich damals selbst nicht hören konnte, erfuhren meine Eltern ganz direkt:
Die Ärzte sagten ihnen klar und ohne Umschweife, dass ich es wahrscheinlich nicht überleben werde.
Diese Worte trafen sie wie ein Schlag.
Rückblickend ist das für mich einer der schwersten Teile meiner Geschichte, zu wissen, dass meine Familie mit dieser Aussicht leben musste, während ich noch kämpfte, ohne es selbst zu wissen.
Ich sah sie an meinem Bett stehen.
Hilflos. Voller Angst. Alle hatten Angst.
Und ich hatte nichts mehr, woran ich mich innerlich festhalten konnte.
Es fühlte sich an, als würde mein ganzes Leben in Zeitlupe zusammenbrechen, während ich nur zusehen konnte, unfähig, auch nur ein Wort zu sagen.
Erst später stellte sich heraus, dass keine Leukämie vorlag.
Die Ursache war eine schwere innere Sepsis, die zunächst nicht erkannt worden war und dadurch solche extremen Auswirkungen hatte.
Nach einigen Eingriffen wurde ich von der Intensivstation auf die chirurgische Station verlegt. Für viele mag das wie ein Hoffnungsschimmer klingen für mich war es keiner. Die Atmosphäre dort war kühl, fast empathielos. Ich fühlte mich nicht wie ein Mensch, sondern wie ein Fall.
Die Ärzte sagten meinen Eltern offen:
„Er wird nie wieder laufen können. Er wird für den Rest seines Lebens im Rollstuhl sitzen.“
Ich war am Boden. Innerlich zerrissen. Äußerlich nur noch eine Hülle. Als ich langsam zu mir kam und verstand, was passiert war, hatte ich das Gefühl, in einem fremden Körper aufzuwachen. Ich konnte nicht sprechen, nicht laufen, mein Körper war kraftlos, mein Leben schien vorbei.
Ich war nicht nur krank, ich war gebrochen. Ich fühlte mich nutzlos, ausgeliefert, vergessen. Die Ärzte sagten, ich würde nie wieder gehen können. Ich war 26 Jahre alt und sollte mein Leben im Rollstuhl verbringen.
Doch der Schmerz hörte nicht bei meinem Körper auf. Mein gesamtes bisheriges Leben stürzte in sich zusammen. Ich war Geschäftsführer meiner eigenen Firma etwas, das ich mit Leidenschaft aufgebaut hatte. Und nun? Alles verloren. Ich konnte nicht eingreifen, nicht kommunizieren, nicht retten, was ich aufgebaut hatte. Ich musste zusehen, wie es zerbrach.
Ich fühlte mich wie lebendig begraben. Es gab Momente, da wollte ich nicht mehr. Ich hatte keine Hoffnung mehr. Nur Dunkelheit. Angst. Schmerz.
Aber irgendwann, vielleicht war es Trotz, vielleicht war es Überlebenswille, kam in mir der Gedanke: Nicht so. Nicht jetzt. Nicht mit mir.
Ich wollte nicht warten, bis jemand kam, um mich zu retten. Also forderte ich Hilfe ein. Ich ließ mir eine Physiotherapeutin ins Krankenhaus kommen, eine Frau, die ich vorher nicht kannte, aber die bereit war, mit mir zu kämpfen.
Gemeinsam begannen wir mit ersten Bewegungen, obwohl mein Körper kaum mitspielte. Alles war schwer. Alles tat weh. Doch ich bewegte mich. Am Tag meiner Entlassung konnte ich mit Hilfe etwa einen Meter weit gehen. Für andere bedeutungslos aber für mich ein Meilenstein. Ich lebte noch. Und ich kämpfte.
Was dann kam, war eine der schlimmsten Phasen meines Lebens. Ich hatte über einen Monat lang rund um die Uhr Morphium bekommen. Mein Körper hatte sich daran gewöhnt. Als es reduziert und schließlich abgesetzt wurde, begann ein Albtraum.
Ich zitterte am ganzen Leib. Ich schwitzte so stark, dass meine Kleidung durchnässt war, das Bettzeug tropfnass, jede Nacht, jede Stunde. Ich konnte kaum schlafen, hatte Halluzinationen, fühlte mich wie eingesperrt in einem Körper, der sich selbst nicht mehr ertragen konnte. Die Schmerzen kehrten zurück, roh, scharf, erbarmungslos.
Es war, als müsste ich durch Feuer gehen, um wieder zu mir selbst zu finden. Ich war erschöpft, wütend, verwirrt aber ich hörte nicht auf. Ich biss mich durch. Weil ich wusste: Wenn ich diesen Teil überstehe, kann ich alles überstehen.
Und ich überstand ihn. Ich konnte endlich aus dem Krankenhaus raus.
Nach meiner Entlassung begann der lange Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Das erste halbe Jahr war extrem anstrengend, körperlich wie seelisch. Ich musste mich Tag für Tag neu überwinden, trainieren, kämpfen, durchhalten. Alles war mühsam, jeder Fortschritt klein aber er war da.
Innerhalb dieser Zeit gründete ich sogar eine neue Firma. Ich wollte nicht nur gesund werden, sondern auch beruflich wieder auf eigenen Beinen stehen.
Nach etwa drei Jahren fühlte ich mich wieder fast „normal“ gut. Ich hatte meine Kraft zurückgewonnen, mein Leben neu aufgebaut und begonnen, nach vorn zu schauen. Es war nicht derselbe Alltag wie vorher aber es war mein Leben. Und ich lebte es bewusster als je zuvor.
Heute, viele Jahre später, sehe ich meine Sepsis nicht nur als eine der schwersten Zeiten meines Lebens, sondern auch als den Moment, der meinem Leben eine neue Richtung gegeben hat.
Sie hat mich gezwungen, innezuhalten, hinzuschauen und neu zu verstehen, was Menschen in solchen Ausnahmezuständen wirklich brauchen.
Auf diesem Weg habe ich Ausbildungen in Coaching, emotionaler Gesundheit, Resilienz und therapeutischen Methoden abgeschlossen.
Heute begleite ich Menschen nach schweren Diagnosen dabei, innere Überforderung einzuordnen, Gedanken zu ordnen und Schritt für Schritt wieder Orientierung zu finden.
Der Tag, an dem mir damals der Boden unter den Füßen weggezogen wurde, war rückblickend auch der Beginn dessen, was ich heute weitergeben kann.
Gerade weil ich diesen Zustand selbst erlebt habe, weiß ich, wie wichtig es ist, in solchen Momenten nicht allein zu sein.
Heute, viele Jahre später, sehe ich meine Sepsis nicht nur als eine der schwersten Zeiten meines Lebens, sondern auch als den Moment, der meinem Leben eine neue Richtung gegeben hat.
Sie hat mich gezwungen, innezuhalten, hinzuschauen und neu zu verstehen, was Menschen in solchen Ausnahmezuständen wirklich brauchen.
Auf diesem Weg habe ich Ausbildungen in Coaching, emotionaler Gesundheit, Resilienz und therapeutischen Methoden abgeschlossen.
Heute begleite ich Menschen nach schweren Diagnosen dabei, innere Überforderung einzuordnen, Gedanken zu ordnen und Schritt für Schritt wieder Orientierung zu finden.
Der Tag, an dem mir damals der Boden unter den Füßen weggezogen wurde, war rückblickend auch der Beginn dessen, was ich heute weitergeben kann.
Gerade weil ich diesen Zustand selbst erlebt habe, weiß ich, wie wichtig es ist, in solchen Momenten nicht allein zu sein.
Wenn Du gerade in einer ähnlichen Phase bist, kennst Du vielleicht dieses Gefühl, dass vieles gleichzeitig da ist und nichts wirklich klar wird.
Gedanken, die sich wiederholen.
Erschöpfung, die bleibt.
Und die Frage, wie der Alltag überhaupt weitergehen soll.
Genau in solchen Situationen begleite ich Menschen.
Ruhig.
Klar.
Ohne Druck.
Wir schauen gemeinsam auf das, was gerade da ist.
Und bringen Schritt für Schritt mehr Ordnung in das, was sich im Moment unübersichtlich anfühlt.
Wenn sich das für Dich passend anfühlt, können wir in Ruhe sprechen.
Wenn Du gerade in einer ähnlichen Phase bist, kennst Du vielleicht dieses Gefühl, dass vieles gleichzeitig da ist und nichts wirklich klar wird.
Gedanken, die sich wiederholen.
Erschöpfung, die bleibt.
Und die Frage, wie der Alltag überhaupt weitergehen soll.
Genau in solchen Situationen begleite ich Menschen.
Ruhig.
Klar.
Ohne Druck.
Wir schauen gemeinsam auf das, was gerade da ist.
Und bringen Schritt für Schritt mehr Ordnung in das, was sich im Moment unübersichtlich anfühlt.
Wenn sich das für Dich passend anfühlt, können wir in Ruhe sprechen.
Raum für das, was Dich bewegt.